Die Geschichte der katholischen Pfarrei Sankt Mauritius in Oberengstringen ist eng verwoben mit dem rasanten Aufschwung des Limmattals in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Was als kleine Gemeinschaft von Gläubigen begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem lebendigen Zentrum für das kirchliche und soziale Leben in der Gemeinde.
Die Anfänge: Der Bauboom im Limmattal
Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war das untere Limmattal vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Mit der Industrialisierung und dem starken Wachstum der Agglomeration Zürich nach dem Zweiten Weltkrieg zogen jedoch immer mehr Familien nach Oberengstringen.
Unter den Neuzuzügern befanden sich zahlreiche Katholikinnen und Katholiken. Ursprünglich gehörten sie zur Mutterpfarrei St. Josef in Schlieren oder zur Pfarrei Heilig Geist in Zürich-Höngg. Der Wunsch nach einer eigenen Seelsorge und eigenen Räumlichkeiten vor Ort wuchs rasch.
Der Bau der Kirche: Moderne Architektur für eine junge Gemeinde
Anfang der 1960er-Jahre wurden die Pläne für ein eigenes Gotteshaus konkret.
- Der Architekt: Der Bau wurde vom renommierten Schweizer Kirchenarchitekten Fritz Metzger entworfen, der als einer der bedeutendsten Vertreter des modernen katholischen Kirchenbaus in der Schweiz gilt.
- Grundsteinlegung & Weihe: Nach intensiver Planung und dank des großen Engagements der Ortsgemeinschaft konnte die Kirche 1964 feierlich geweiht werden.
- Architektonische Besonderheiten: Der Sakralbau besticht durch seine klare, funktionale Formensprache, den prägnanten freistehenden Glockenturm (Campanile) sowie einen lichtdurchfluteten Innenraum, der ganz im Geist der liturgischen Erneuerung des Zweiten Vatikanischen Konzils gestaltet wurde.
Schutzpatron Sankt Mauritius
Die Wahl des Heiligen Mauritius als Pfarreipatron trägt eine tiefe Symbolik:
Der hl. Mauritius war der Überlieferung nach Kommandant der Thebäischen Legion im 3. Jahrhundert. Er gilt in der Schweiz als Schutzpatron des Landes, der Soldaten sowie vieler Pfarreien (unter anderem der Abtei St. Maurice im Wallis). Sein Gedenktag wird jährlich am 22. September gefeiert.
Er steht für Zivilcourage, Glaubensstreue und Gemeinschaftssinn – Werte, die das Fundament der Pfarreiarbeit bilden.
Die Meilensteine im Überblick
Erste Seelsorge vor Ort
1950er
Zunahme der katholischen Bevölkerung in Oberengstringen; erste regelmässige Gottesdienste in Provisorien.
Bau und Einweihung
1963–1964
Errichtung der Kirche Sankt Mauritius nach den Plänen von Fritz Metzger und feierliche Einweihung.
Eigenständige Pfarreierhebung
1968
Die Pfarrvikarie Oberengstringen wird offiziell zur eigenständigen Pfarrei erhoben.
2024 Die Pfarrei feiert ihr 60-jähriges Bestehen
Renovationen & Modernisierungen
1990er bis 2026
Sanierung der Räumlichkeiten (Foyer, Pfarrhaus und Pfarreizentrum) sowie Anpassungen an moderne energetische Anforderungen.
Hier finden Sie die Publikation (Festschrift) estzum 60. Jubiläum.